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Schilfklärverfahren im Vergleich

Die Hersbrucker Zeitung veröffentlichte am 27. 2.01 :  „Bürgervereine Groß- und Klein Meinfeld  im clinch mit den Behörden.“
7.3.01    „Grünes Licht“  für Pflanzenanlage nach Amtsvorgabe in Waizenfeld und Mittelburg.

Mittlerweile liegt das Ergebnis  der 4 verschiedenen Schilfkläranlagen Baumaßnahmen vor. Das Schulwissen, der gesunde Menschenverstand, die zu erfüllenden gesetzlichen Leistungsvorgaben und die entstandenen Bau und Betriebskosten sind Bewertungskriterien z.B. zur Beurteilung der Klein Meinfelder Bürgerleistung im Vergleich zur Amtlösung der Wasserbehörden in Waizenfeld.

 

Schilfkläranlage  „Verfahren Hugel“® für Groß/ Klein Meinfeld ca. 70 EW bis 100 EW

Gesamtbaukosten  ca. 40.000 € Betriebkosten 0,20 € / cbm

- Durch Beibehaltung (und  Reparatur)  der seit 50 Jahren vorgeschriebenen gesetzlichen Abwasserreinigungsgrube nach DIN 4261 – wird die Abwasserschmutzfracht des häuslichen Abwassers vor dem Kanal zurückgehalten  „Prinzip Mülltrennung“.
- Auf den Bau eines neuen  Schmutzsammelbeckens am Ende des Kanalstranges, bzw einem Stauraumkanal  vor der Kläranlage, kann deshalb verzichtet werden.
Eine mikrobiologisch – vollbiologische Abwasserreinigung wird nur wirksam bei Temperaturen über 8 °  C . Die Beibehaltung  der hausnahen Absetzgruben fördert durch die häusliche Abwärme die Wirksamkeit der Mikroorganismen. Eine Temperaturerhöhung von 10 ° C verdoppelt die Abbauleistung der Kleinstlebewesen. Die frei werdende Abbauenergie erhöht zudem wirksam die Prozesswärme. Hausnahe Absetzgruben funktionieren deshalb auch im Winter.
- Durch Forschungsarbeiten ist belegt, dass in der Privatabsetzgrube eine vollständige Mineralisierung der eingespülten  und mechanisch zurückgehaltenen Biomasse erfolgt. Voraussetzung ist eine ausreichende Prozesswärme, sowie eine ausreichende Volumenbemessung von 1,5 cbm/ EW nach  DIN  4261.
- Die Dreiteilung der Grube führt zur Hygienisierung des Ablaufwassers.
Biomasse ist gespeicherte Sonnenenergie und wird durch ökologische, mikrobiologische Abbauvorgänge nassoxydiert , d.h. die Biochemische Energie des gebundenen Kohlenwasserstoffes ( Kohlenhydrate) wird biochemisch wieder Rückstands- und Kostenfrei durch Enzyme mineralisiert.  Die enthaltene Sonnenenergie wird frei, als Lebensgrundlage für die Abbaubakterien.
- Die entstehende Asche / Schlacke wird als hygienisch unbedenkliches Grauwasser ausgespült. Dieses „mineralienreiche Aschewasser“ kann gemäß gesetzlicher Vorgabe über die bisher übliche vorhandene Ortskanalisation einer biologischen Nachreinigung zugeführt werden.
Es wurde durch Diplomarbeiten nachgewiesen, dass die Kalkbestandteile des Abwassers Kanalisationsschäden zuverlässig abdichten (selbstheilende Kanalisation).
- Gemäß Vorgaben  des  EG Gesetzes 91/ 271/ EWG würde die Selbstreinigungskraft der Natur ausreichen um biologisch, mechanisch vorgereinigtes häusliches Abwasser schadlos zu übernehmen und im Kreislauf der Natur für die Wiederverwendung zu reinigen.
-  Nach Vorgabe der bayerischen Wasser Gesetze (Reinhalteverordnung kommunales Abwasser) sind die Selbstreinigungsvorgänge der Natur durch biologische Nachreinigungsstufen z.B. Schilfbeete zu unterstützen (Nachreinigung im kontrollierten Raum). Eine Ortskanalisation  mit Ableitung der Straßenabwässer einschließlich der  vorhandenen  3kammer Gruben - Überläufe zur mechanisch, biologischen Nachreinigung in einer Schilfkläranlage am Ende der Kanalisation, schützt  grundsätzlich auch gegen ungewollte Gewässerverschmutzungen durch
z.B. überlaufende Güllefässer, Agrarchemikalien, Ölschäden usw.

 

Das Schilfbeet  im Abwasserreinigungs  Verfahren Hugel erfüllt  sowohl eine Katalysatorfunktion wie auch eine Sicherheitseinrichtung für den Gewässerschutz.

Die neuen Richtlinien des LfW  4.4 / 20 schreiben seit  1 Jahr die Errichtung kleiner Schilfkläranlagen zur Sicherung jeder Art von Kläranlage  zwingend vor

Die Aschebestandteile des Abwassers  heilen Risse im Kanalrohr, werden im Filterkörper später zurückgehalten und dienen dann den Schilfpflanzen als Futter. Metallionen werden durch Jonenaustausch am eisenhaltigen Keramikfilterkörper angelagert. Natürliche Antibiotika der Schilfwurzeln töten Fäulnisbakterien und Krankheitskeime ab. Durch Steuerungsbarrieren kann ein 20 Meter langes Becken in beispielsweise 8 – 10 Filterbeete unterteilt werden, und die Fließstrecke kann je 20 m  Becken von 20 auf 50 m erhöht werden. Durch  Kombination  von vertikaler Filterung  sowie horizontaler Auf- und Abströmung - verbunden mit einer ca. 20tägigen aktiv Verweildauer -  wird versucht die natürliche Selbstreinigungskraft der Natur zu unterstützen.

Ergebnis:

Eine Schilfkläranlage  „Verfahren Hugel“  erzeugt aus Abwasser durch Unterstützung ökologischer Selbstreinigungsprozesse auf naturnahem Weg, deshalb nahezu kostenfrei, künstliches, reines Quellwasser.

Ein nachgeschalteter Speicherteich ermöglicht durch Wasserpflanzen eine Sauerstoffanreicherung des Wassers, sowie durch den Fischbesatz als Bioindikatoren, - einen kostenfreien Nachweis für eine ordnungsgemäße, vollständige und lückenlose Abwasserreinigung. Das aufbereitete Wasser kann anschließend gemäß EU Richtlinien für Brauchwasser, Badewässer oder auch Trinkwasser analytisch / bakteriologisch überprüft und dann wiederverwendet werden.

 

Das Trinkwasser der großen Städte am Main und Rhein wird nach einem vergleichbaren Verfahren ebenfalls überwiegend aus dem Uferfiltrat dieser Kloakenflüsse gewonnen.

Gerade deshalb weil Wasser nicht vom Einzelnen sondern von Vielen Bürgern genutzt wird, sind die gesetzlichen Auflagen zur Gewässerreinhaltung entwickelt worden und von jedem Bürger einzuhalten

Die Baukosten für Schilfkläranlagen „ Verfahren Hugel“  betragen ca. 250.- €/ EW für den Filterkörper und ca. 250.- € für Arbeitskosten, Zuleitung , Projektierung usw. Die Gesamtkosten für Klein Meinfeld mit 70 EW haben ca. 25.000 € betragen.

Die Betriebskosten für Abwasserreinigungsverfahren  Hugel betragen ca. 0,50 € / cbm  gereinigtes Wasser für menschlichen Arbeitslohn, -  zur Überwachung und für Pflegearbeiten.

Die vollbiologische Abwasserreinigung durch Bakterien arbeitet kostenfrei.
Die Betriebsdauer für den „Biologischen Teil“ ist durch die Selbstreinigung bzw. Regeneration  des Biokatalysators / Keramikfilterkörpers unbegrenzt .

Die Lebensdauer der Deponiefolie / Dichtungsbahn ist mit vorläufig ca. 50 bis 100 Jahren anzunehmen. Bedingt durch den geringen Materialwert der Folie sowie dem relativ geringen Arbeitsaufwand für ein auswechseln dieser Beckenabdichtung kann dieser Kostenfaktor vernachlässigt werden. Anzumerken ist, dass ein ungestörter, vollbiologischer Abbau der mit Wasser abgespülten Biomasse  (Nahrungsreste) kostenfrei erfolgt. Der Filtervorgang  erfolgt abgedeckt, deshalb geruchsfreie. 

Amtlösung der bayerischen Wasserwirtschaft für Waizenfeld 30 EW

Förderfähige Gesamtkosten 350.000 €

Baukosten 280.000 €  Betriebskosten einschließlich Fixkosten ca. 15 € / cbm

- Neubau einer Schmutzwasserkanalisation

Die vorhandene Mischkanalisation wird für Straßen und Regenwasser beibehalten.
Eine Behandlung des Straßenwassers erfolgt nicht.

- Die bisher neben den Häusern vorhandenen Abwassergruben nach DIN 4261 wurden abgebrochen. Von den Häusern mußte eine neue Schmutzwasserleitung zum Ortskanal  errichtet werden. Kosten ca. 5.000 € / Anwesen.
-  Durch Auflösung der vorhandenen Vorreinigungsstufen ist die 30jährige Ortskanalisation  zur Ableitung des unbehandelten und unhygienisierten  „Schwarzwassers“  nicht mehr verwendbar.
- Kanalbaukosten  ca. 180.000 € / 30EW

( Anmerkung : Die Ortskanalisation führt  zur Auskühlung des ursprünglich warmen häuslichen Abwassers auf unter 8 ° C, biologische Abbauvorgänge  werden unterbrochen.)

- Vor der Kläranlage ist eine neue mechanische Reinigungsstufe erforderlich.

Z.B. Emscher Becken zur Abscheidung von Feststoffen – Fäkalschlämmen – zum Entfernen des statistischen Klärschlammaufkommens  ca. 200 g/ EW Tag.

 

Anmerkung zur „Klärschlammproblematik“

In Waizenfeld wird der Klärschlamm vom neuen Emscherbecken in ein separates Vererdungsbecken gepumpt und kann hier kostenfrei eindicken, gegf. . kompostieren.

Die Rückstände sind gemäß Vorgabe des LEP 2002 „thermisch zu beseitigen“.

Technische Kläranlagen , Tropfkörper – Belebtschlammanlagen -  erzeugen mit Hilfe von

2 KW/EW  Energieeinsatz aus  200 g / EW/ Tag Primärschlamm,  die 10fache Menge Sekundärschlamm, trocknen diesen mit sehr hohem Energieaufwand und liefern diese Biomasse als „Braunkohleersatz“ an Zementwerke, Kraftwerke zur „Energetischen Verwertung“.

Entstehende Klärschlamm – Entsorgungskosten  ca. 500 € / t.

Andere Klärwerke verwerten Klärschlamm zur Erzeugung von Biogas – Energiegewinn

= ca. 20.000 l Heizöl / 1000 EW und Jahr.          

Schilfkläranlagenausführung Waizenfeld  30EW

(Kläranlagengröße laut Hersteller 110 EW)

Das mechanisch grob gereinigte (abgekühlte) Schmutzwasser wird über ein Verteilerrohrsystem auf ca. 400 qm Filterfläche verteilt. Nach 60 cm senkrechter Filterstrecke im Grobsand wird das Sickerwasser in einem Dränagesystem aufgefangen, abgeleitet und einem Horizontalbeet  mit ca. 15 m quer Fliesstrecke zugeführt. Die wirksame Filterstrecke beträgt demnach ca. 16 m. Bedingt durch senkrechtes Wurzelwachstum von bis zu 2 cm starken Schilfwurzeln welche absterben und Hohlräume bilden, sind Kurzschlussströmungen des Abwassers nicht auszuschließen.

Die hohe organische Transportfracht des Rohabwassers ist Nahrungsgrundlage für Pilze und führt zu einem verschleimen / Abdichten der Rohrleitungen und Einlaufskulissen.

 Das Ablaufwasser der Waizenfelder Schilfkläranlage wird in einem künstlichen Sickerbecken „versteckt“ in das Grundwasser eingeleitet. Es ist ein erhöhter Wartungs- Kontrollaufwand  erforderlich.

(Fischbesetzte Nachklärbecken als Bioindikatoren für Ordnungsgemäße Gewässerreinigung sind bisher erst für Amtlösungen  ab 50.000 EW vorgesehen.)

 

Kosten der Amtlösung für Waizenfeld 30 EW

Förderfähige Kosten laut Zuwendungsbescheid ca. 330.000,00
Tatsächliche Baukosten ca. 250.000,00
Vom Bürger eingeforderte Baukostenbeteiligung  ca. 10.000,00 €/Haus
Berechnete Betriebskosten / Jahr ca. 20.000,00 ca.  €
       
Abwasserpreis Waizenfeld ca. 3,00 €/cbm
zuzüglich Kapitaldienst 10.000  € = 1.000 € / Jahr = ca. 15,00 €/cbm Wasser
       
Abwasserpreis Bürgerverein Meinfeld      
Einschließlich Kapitaldienst ca. 0,50 €/cbm
       
Abwasserpreis Nürnberg      
Einschließlich Kapitaldienst ca. 1,70 €/cbm

Zusammenfassung: Vergleich Abwasserreinigungsverfahren Hugel   . / .  Amtslösung

Derzeitige  Amtlösungen missachten  biologisches , physikalisches , biochemisches und juristisches  Grundwissen zu Lasten der Bürger. Die Vorgaben des Bayerischen Landtages werden ausgebremst.

Es werden hohe Kosten zu Lasten der behördengläubigen Dorfbewohner (Bürger) veranlasst welche das 10fache der Städtischen Abwassergebühren zu tragen haben.

- Ursache ist vermutlich  das politische Streben alljährlich das staatliche Bruttosozialprodukt zu erhöhen.
- Ohne einen nachweisbaren Vorteil für den Umweltschutz zu erzielen.
- Ohne Rücksicht auf geringe Löhne, geringe Kaufkraft und höhere Lebenshaltungskosten des Bürgers im ländlichen Raum (2. Pkw  Familien bedingt durch fehlende Nahverbindungseinrichtungen).
- In anderen Ortschaften Bayerns , welche bereits vor 15 Jahren  eine neue Kläranlage gebaut haben, wird derzeit vom WWA  ein Neubau dieser Kläranlagen gefordert, obwohl die gesetzliche Reinigungsleistung nachweisbar eingehalten wird.
Gleichzeitig haben ca. 20.000  der 45.000 bayerischen Ortsteile noch keine geregelte Abwasserentsorgung gebaut.
- Auffällig ist, dass in jeder der 2000 Gemeinden nur ca. 2 von z.B. 20 Ortsteilen eine Kläranlage bauen müssen  und mit Kosten belastet werden.
Eine Solidarität der Bürger wird durch diese Taktik ausgehebelt. Die „Verschonten“ drücken sich  - statt den „Beraubten“ zur Hilfe zu kommen und die „vorher Belasteten“ sehen keinen Grund dem Nachbarn Kosten zu sparen.
- 15 Jahre alte Kläranlagen  +  Kanäle sind laut Amtsmeinung nicht mehr zeitgemäß.
Die Tatsache, dass jede vollbiologische Abwasserreinigung nach dem seit Milliarden Jahren bewährten, ökologischen Prinzip der Natur und vermutlich gleichgebliebenen
Bakterienarten erfolgt,  wird dem Bürger verschwiegen.
- Das Ökosystem Mensch hat laut Stellungnahme der Vereinten Nationen / Weltbank 1994 ein wirtschaftliches Umverteilungssystem geschaffen.
siehe „ Abwasserreinigung in Deutschland zu teuer und uneffektiv“. Es wird von Freikaufen, „End of pipe“ Lösungen , Günstlingswirtschaft und neuem „Kommunal Feudalismus“ gesprochen. Grund ist fehlendes Demokratiebewußtsein des Bürgers. –s. Anlage –

 

Der Bayerische Landtag  klagt seit Jahren über das Ausbremsen seiner 15 Beschlüsse zur Kostensenkung der ländlichen Abwasserentsorgung durch Ämter.

Zunehmend mehr Bürgergemeinschaften fassen deshalb Mut auf Staatszuschüsse und Behördenbevormundung  zu verzichtet und versuchen das ökologische Gleichgewicht, sowie den gesunden Menschenverstand durch Rückbesinnung zur demokratischen Grundordnung, Solidarität und Subsidiarität aufrecht zu erhalten.

 


Letzte Aktualisierung: 27.01.02

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